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Alexej Danckwardt

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Die MPU ist zu schaffen!

Als Strafverteidiger, der sehr häufig auf dem Gebiet der Verkehrsstraftaten verteidigen muss, möchte ich nachfolgend einige Ratschläge zur Vorbereitung auf die Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU, im Volksmund auch "Idiotentest" genannt), geben:

 

1. Um sogleich mit diesem Vorurteil aufzuräumen: die MPU ist zu schaffen! Unabdingbare Voraussetzung ist jedoch, dass man sich gründlich darauf vorbereitet hat. Und gerade die Auswahl des Anbieters der Vorbereitung ist das A und O. Zu viele Kurpfuscher und Scharlatane tummeln sich gerade im Internet herum. Daher sollte man sich nach den Anbietern umschauen, die Psychologen beschäftigen, welche früher - auch als Prüfer - bei der DEKRA oder dem TÜV tätig waren. In Sachsen ist dies zum Beispiel das neugegründete Institut des Herrn Dr. Wiesner, zu erreichen unter den Telefonnummern 0371/91 88 288 in Chemnitz und  0171/ 69 20 160 in Leipzig und Dresden oder die Beratungsstellen des TÜV Thüringen, die auch in Borna und Leipzig präsent sind, Tel.-Nr. 08003304217 (wir bitten um Verständnis, dass wir natürlich keine Haftung für die Leistungen dieser Anbieter übernehmen können, die Empfehlung erfolgt ausschließlich auf der Grundlage dessen, dass wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt haben). Dies sind aber nur Beispiele, ist gibt auch andere, ähnlich qualifizierte Anbieter.


2. Falsch sind Sie, wenn Sie sich bei einem "Berater" wiederfinden, der anfängt, mit Ihnen Antworten auf vermeintliche "Fangfragen" auswendig zu lernen. Darum sollte es bei der Vorbereitung auf die MPU nicht gehen, sondern um eine echte Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten im Verkehr und das Ausarbeiten einer Einstellungsänderung. Hat der Psychologe Sie zu einer echten, kritischen und tiefgehenden Selbstreflexion veranlassen können, dann kommen in der Untersuchung auch die "richtigen Antworten" wie von selbst. Hat er mit Ihnen darüber hinaus wirksame Strategien der Problemvermeidung gefunden, dann ist Ihnen der Erfolg fast schon garantiert.


3. Mit der Vorbereitung sollten Sie frühestmöglich beginnen. Zum Teil lohnt es sich noch vor Rechtskraft des Entzugs der Fahrerlaubnis Kontakt zur Beratungsstelle aufzunehmen, denn in vielen Fällen lassen sich die Vorbereitungskurse zugleich als Maßnahme zur Sperrfristverkürzung nach § 69 Abs. 7 StGB auslegen. Zu empfehlen ist, spätestens 5-6 Monate vor Ablauf der Sperrfrist mit der Vorbereitung zu beginnen, wenn schon zu diesem Zeitpunkt zu erwarten ist, dass die Führerscheinbehörde die MPU anordnen wird. Ein seriöser intensiver Vorbereitungskurs dauert mindestens 3 Monate und der Behörde sollte man nach Antragstellung auch etwas Zeit zur Antragsbearbeitung lassen. Bei alkohol- oder drogenauffälligen Tätern werden sich zudem regelmäßige Abstinenznachweise, mindestens während der Dauer eines halben Jahres, in besonders schweren Fällen sogar über die Dauer eines ganzen Jahres. Auch insofern sollten Sie frühzeitig den Rat eines erfahrenen Verkehrspsychologen einholen. 


3. Achten Sie auf den Kostenpunkt! Mit 60,00 € bis 80,00 € pro Gruppensitzung sind Sie gut dabei, mehr muss aber auch nicht sein. Einige Anbieter bieten Rabatte, zum Beispiel für Mitglieder von Automobilclubs. Die günstigsten der mir bekannten berechnen etwas über 40,00 € pro Gruppensitzung. Teurere Einzelsitzungen sind ohnehin nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, da die Gruppendynamik in der Verkehrspsychologie von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Außer in hartnäckigen Fällen, die besonderer Betreuung bedürfen, erscheint mir alles, was von vornherein und ohne plausiblen Grund weit in den vierstelligen Bereich geht, angesichts der mir bekannten Preise zumindest bedenklich. Die meisten meiner Mandanten (ohne die besonders hartnäckigen oder schwerwiegenden Fälle) kamen nach 8 bis 12 Sitzungen mit Kosten zwischen 400,00 € und 800,00 € gut vorbereitet durch die Prüfung


4. Der wichtigste Rat mit Blick auf die MPU selbst: Achten Sie beim Ausfüllen der Anmeldeunterlagen darauf, dass das Gutachten zu Ihnen nach Hause, auf keinen Fall direkt in die Behörde versendet wird. Eine verpatzte MPU lässt sich  wiederholen und ist unschädlich, wenn Sie der Behörde nicht bekannt geworden ist.  Ist aber ein Negativgutachten ein Mal in Ihrer Führerscheinakte, lässt sich dieses nur äußerst schwer ausbügeln.

Ansonsten: Selbstkritik! Die Verstöße nicht bagatellisieren und auf keinen Fall das Urteil in Frage stellen... Das Urteil, auch ein fehlerhaftes, ist für den Gutachter zur absoluten Wahrheit gewonnen, dagegen anzukämpfen ist nicht zielführend und geht stets "nach hinten" los. Es geht in der MPU nur um Sie und darum, was Sie falsch gemacht resp. was, wie und warum Sie in Zukunft besser machen werden, nicht um die Fehler von Gericht und Anwalt.

Viel Erfolg!